Vanillekipferl

Google frißt das Internet

Mittwoch, 16. April 2008, Kategorie: Essen und Trinken

Ja. Google frißt das Internet auf - und wir selbst sind schuld daran. Wußten Sie, daß die Freiheit und Offenheit des Internets einfach dann zu Ende ist, wenn uns jemand vorschreiben kann, was wie veröffentlicht werden darf (damit es überhaupt gefunden werden kann)? Genau das läuft im Moment ab und zwar passiert das so:

Es begann damit, daß wir alle sooo glücklich waren, daß es die Suchmaschine Google mit den netten bunten Buchstaben gibt. Das war der Anfang des Unglücks.

Dann ist das Internet wichtiger geworden (was es ja laufend tut und noch lange tun wird) - und die Firmen haben begonnen Miniatur-Anteile ihres Werbebudgets in Google AdWords zu investieren. Inzwischen gibt es Suchworte für deren Klick mehr als 10 Dollar (!!!) bezahlt werden. Die Preise steigen von selbst - die Werbewilligen überbieten sich gegenseitig - Google lehnt sich zurück und kassiert. Daß vermutlich ein nicht unwesentlicher Anteil von Klicks noch dazu Fakes sein könnten stört die Werbewilligen offenbar nicht.

So! Nun ist die Firma Google Milliarden-schwer - und kann tun was sie will.

Wenn ich ins Kino gehe muß ich mir einen Werbefilm ansehen, der mir mitteilt, daß alle die sich etwas herunterladen und auf CD Brennen Kriminelle sind. Napster ist getötet worden, Kazaa auch. So, und jetzt kommts: die Firma Google kauft sich um ein paar Milliarden Dollar YouTube - und kann machen was sie will. Täglich kann ich mir hunderte  urheberrechtlich geschützen Musikstücke herunterladen, - dazu auch noch bewegte Bilder sehen, die sicher auch urheberrechtlich geschützt sind - und .... was passiert? NICHTS.

Also - das bedeutet, man muß nur groß genug und börsengelistet sein, und kann sich über alles hinwegsetzen. Da investiert die Musikbranche lieber hunderttausende Euros in lächerliche Kinowerbung - um uns das Gefühl zu geben kriminell zu sein - aber daneben kann die Firma Google machen was sie will.

Die Rechtsprechung, die Durchsetzung der Rechte - alles eine lächerliche Farce.

So und jetzt sendet Google vielen Webmastern ein Email mit dem Titel:

Entfernung Ihrer Webseite aus dem Google Index

daß "...  während der Indexierung Ihrer Webseiten mussten wir feststellen, dass auf Ihrer Seite Techniken angewendet werden, die gegen unsere Richtlinien für Webmaster verstoßen. Sie können diese Richtlinien unter folgender Webadresse finden:


Um die Qualität unserer Suchmaschine sicherzustellen, haben wir bestimmte Webseiten zeitlich befristet aus unseren Suchergebnissen entfernt. Zurzeit sind Seiten von (domainname) für eine Entfernung über einen Zeitraum von wenigstens 30 Tagen vorgesehen. .... "

Na, klingelts bei Ihnen?

Nicht mal der deutsche Mega-Ordnungssinn der alles unter Kontrolle halten will überbietet das an Frechheit. Nein, sogar die Regierungen, die Geheimdienste - ja alle Websites der Welt werden sich in den nächsten Jahren ganz brav an die Richtlinien einer amerikanischen Firma Google halten - weil sie sonst nicht mehr zu finden sind. Da wäre ja eine staatliche Zensur noch die besser Lösung. Egal. In beiden Fällen bestimmt jemand, dessen Regeln und Absichten niemand genau kennt.

George Orwell hätte sich das nicht besser vorstellen können. Haben Sie schon den Roman "Der Mastercode" von Scott McBain gelesen (erhältlich bei Amazon)? Das würde ich Ihnen empfehlen. Es wird Ihnen kalt über Rücken laufen - und sie werden - je mehr sie lesen - immer mehr erkennen, daß genau das alles im Moment abläuft, was man durch den Begriff "Roman" gerne in eine ungewissen Science-Fiction-Zukunft verbannt hätte.


Also ich bin erschüttert - und habe für mich diesen Weg gewählt:

Ich entziehe mich der immerwährenden Kämpfe um Page-Rank und wechselseitigem Verlinken - indem ich einfach ALLE externen Links in den von mir betreuten Websites über einen Linktracker leite - und damit vor der Page-Ranking-Mathematik verstecke. Condomize ist das englische Wort, welches für diesen Zweck verwendet wird. Also nach der Firma Google müssen die Webmaster jetzt alle Links entfernen die bezahlt sein könnten, auf Gegenseitigkeit gesetzt wurden - oder überhaupt - von ihren Seiten entfernen, da sie sonst Gefahr laufen aus dem Google-Index entfernt zu werden.

Ich sage: meine Linkziele will ich Google nicht mitteilen. Ich will nicht, daß Google weiß wohin ich linke. Natürlich ist das ein Kampf gegen Windmühlen, denn viele der Besucher meiner Seite verwenden den Google-Toolbar und stellen damit unwissentlich laufend ihr gesamtes Surfverhalten der Firma Google zur Verfügung. Über die Funktion des Google-Toolbars erfährt Google das gesamte Surfverhalten des Users - und natürlich auch wohin der Besucher meine Site verläßt, wieviele und welche Seite er sich wo anschaut, ja sogar wie lange er sie anschaut. Wir haben uns das Ei selbst gelegt.

Google Toolbar abinstallieren !!!!!

Beginnen Sie: verwenden Sie msn, excite oder yahoo zum suchen und installieren Sie den Google Toolbar ab !!!

Recommended Reading:

Sehr wichtige und gute Seite:
http://www.googlefalle.com/googlefalle/

Der Staat kann sich bereits nicht mehr gegen Google durchsetzen:

http://writ.news.findlaw.com/hilden/20061030.html

http://www.nytimes.com/2006/01/20/technology/20google.html

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17449/1.html

Interesssantes Video: http://www.blog.beck.de/?p=429


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